wenn die Tage ineinander fließen...
dann ist entweder Großes geschehen, oder gar nichts.
Ob das Eine oder das Andere müsst ihr, geneigte Leserinnen am Ende der Gschicht beurteilen.
Am Montag ging es also wie versprochen recht zeitig los, Nullachthundert wurde der Anker gehoben und unter Motor geht es nur bis ans vorgelagerte Kap Figaro. Dort erwartet uns herrlichstes Südost mit 10-15 kn. Da wir mehr erwarten fahren wir nur die Genua, und die etwas gerefft, und den Besan, also das kleine hintere Segel. Wir machen damit trotzdem flott Fahrt und die FL liegt gut im Ruder, dh. wenig Druck. Die Welle, die der Wind hier in den letzten 2 Wochen aufbauen konnte,i st erstaunlicherweise nur einen guten Meter und angenehm lang. Ganz anders zu der kurzen Welle, die wir letzte Woche hatten.
So kreuzen wir am Wind immer weiter Richtung Süden, wobei bei Kursen von 60 und 180 Grad geht's immer wieder ein ordentliches Stück aufs offene Meer hinaus.
Bei der Isola Tavolara vor Olbia frischt der Wind ordentlich auf bis zu 25 Knoten auf, sodass wir die Genua weiter reffen. Spätestens jetzt wäre das Großsegel schon viel zu viel gewesen und mit dieser Jungcrew war diese Besegelung die perfekte Alternative.
Angela und Andy lernen sehr schnell, Andy steuert streckenweiße und das schon sehr souverän.
Nachdem man aber auf der Kreuz die 2-3 fache Strecke machen muss um gegen den Wind zu kommen, bedankt euch bei Claudius Prolemäus und seinem Co(-sinus), müssen wir die schöne Fahrt gegen 16 Uhr abbrechen um die letzten Meilen an der Toblerone vorbei, direkt das Tagesziel anzusteuern. Vorbei an einigen sehr wagemutigen Kitern und Surfern die fantastische Manöver vor unseren Bug zaubern. Glücklicherweise mit genügend Abstand, weil so ein Schnürlflieger wird gern mal zum bevorrangten Treibgut.
Der Anker geht in der Gala Girgolu nieder, trotz Wassertiefe von nur 5,5m stecken wir 50m Kette, denn es ist Gewitter angesagt.
Habe ich schon erwähnt, dass mir die Werft letztes Jahr eine falsche Kette auf meine alte geschmiedet hat!? Jetzt hab ich vorne ISO und hinten DIN, und ich hab mich schon gewundert, warum die Kette auf der Winsch so wild springt.... Ja es wird nie fad...
Den Abend verbringen wir mit Flip7 unsrem neuen Lieblingsspiel und zeitigem Zubettgehen, die Nacht sollte ja unruhig werden. Die Tavolara hat schon ein wunderschönes Häubchen auf, aus dem es abends schon blitzt und grollt. Auch über dem Festland sehen wir schon Wetterleuchten.
Um 4 Uhr morgens ist es dann so weit! Ein Gewitter, das genau über uns zieht, schickt die Feeling Lost auf Rundfahrt! Einmal um den Ankerpunkt und wieder retour! Dieser hält dank massig Kette einwandfrei, die Spuren im Sand am nächsten Morgen zeugen von der Karussellfahrt.
Die Blitze kamen unangenehm näher, beim letzten war ich noch mit meinem Einundzwan...da kam der Donner...und die Druckwelle...der hat direkt neben uns am Strand eingeschlagen.
Wie ihr bemerkt geht es nahtlos weiter, um Null9hundert geht der Anker auf und wir fahren bei noch südlichem schwachen Wind unter Motor bis ans Capo Codo Cavallo, wo wir entscheiden wollen, ob wir nur bis La Caletta fahren oder weiter. Da die Windvorhersage aber heute das einzige Fenster ohne Südwind vorgibt, ist die Entscheidung sehr einfach, die Rennstrecke ist eröffnet. Wir fahren gleich in einem durch bis Arbatax. Leider alles unter Motor, wir nehmen aber das Groß dazu um einerseits die Welle zu dämpfen, andrerseits hat der Wind wie vorhergesagt auf einem leichten Nord umgeschlagen, was uns gemeinsam mit dem Fahrtwind ein bisschen zusätzlichen Vortrieb generiert. Und ja wir dämofen natürlich nicht die Welle, sondern das Schaukeln des Bootes.
Es wird ein sehr langer Tag, aber mit sonnigen Strecken und so machen wir eine halbe Stunde Rast am Capo Comino, bevor die lange Strecke entlang der sehr fotogenen Steilküste vor Orosei auf uns wartet.Nachdem der Autopilot das tadellos hinbekommt, ist auch Zeit für Fotos
Wenn ich nicht so konservativ den 43 Jahre alten Murl gefahren wäre, sondern gleich mit 2200 Touren wären wir zwar schon eine gute Stunde früher in Arbatax angekommen, dafür aber im Regen.
So bricht die Nacht herein, der Leuchtturm vom Capo Bellavista und die Industrie an der Marina heben sich aus der Dämmerung. Schnell noch an den Isole dell' Ogliastra vorbei und nach 12 Stunden und 59 Meilen in der Marina festgemacht. Spannend, aber das französische Nachbarboot hilft mit. Und seine Besatzung gezwungenermaßen auch. Dadurch sind wir zwar mit unserem lehrbuchartigen Anlegemanöver über Kreuz und wieder mal schräg am Pier zu liegen gekommen, aber was soll's. Wenigstens nix kaputt diesmal.
Nur das Notwendigste noch erledigen und ab zum Abendessen. Das haben wir uns sowas von verdient, und es ist schon fast 22 Uhr.
Der Mittwoch wird zum verdienten Strandtag ausgerufen, der Skipper sammelt sich ein bisschen und räumt derweil die seit Mai zugeramschte Backskiste zusammen, bevor ich mich dazugeselle.
Bademodenschau muss natürlich auch noch sein.Der Abend endet mit Flip7 und der Hoffnung auf Wind morgen. Also heute...doch.....erstens und als man glaubt. Wissts eh...
Bis gleich
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